Franz Wurz

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Franz Wurz (* 2. Dezember 1946 in Eggern bei Heidenreichstein im Waldviertel, ist ein bekannter ehemaliger österreichischer Autosportler und der Vater von Formel-1-Rennfahrer Alexander Wurz. Aber auch schon der Vater von Franz jun., der Mühlenbesitzer Franz Wurz sen., war dem Motorsport sehr zugetan und in den 1950ern mit seinem BMW 328 ein in der Alpenrepublik bekannter Automobil-Rennfahrer.

[bearbeiten] Sportlicher und beruflicher Werdegang

Der gelernte Müllermeister, spätere Verkaufsleiter der Firma B2000-Autopflege-Produkte und heutige „Fahrsicherheits-Guru“ Franz Wurz startete im Jahre 1967 mit einem Rallye-Kadett der Firma Opel seine eigene Motorsport-Karriere bei lokalen Rallyes (Debüt: Seiberer-Wertungsfahrt 1967, 4. Platz in der Klasse bis 1250 cm³ Hubraum). Bald darauf übernahm er von seinem, beim Bundesheer kennen gelernten Freund Herbert Grünsteidl (der 1977 FIA Rallycross-Europapokalsieger wurde) einen BMC Mini Cooper S, mit dem Wurz 1968 auch sein erstes Autocross-Rennen bestritt. 1969 wechselte der junge Waldviertler dann ins Autocross-Lager und holte sich hier gleich vier nationale Meistertitel in Serie. Zwischen 1973 und 1983 wurde Franz Wurz, mit insgesamt drei Europameistertiteln (1974 auf VW 1302S, 1976 auf Lancia Stratos HF und 1982 auf Audi quattro), zu einem der erfolgreichsten Fahrer in der Geschichte des Rallycross-Sports. Nach seinem frustrierenden Intermezzo auf einem Fiat 131 Mirafiori Abarth und großen beruflichen Problemen, hatte Wurz dabei Ende 1978 zwar den Helm an den Nagel gehängt, 1982 jedoch überraschend ein erfolgreiches Comeback feiern können. Im letzten RX-Jahr fand der „Wurzl-Sepp“ aber auch wieder zu seinen Autosport-Wurzeln zurück und bestritt am Ende der aktiven Laufbahn einige bekannte Rallyes im In- und Ausland. Mit Landsmann Rudi Stohl als Co-Pilot auf dem „heißen Sitz“ gewann Wurz auf einem Audi 80 quattro die Gruppe-A-Wertung der Rallye Argentinien 1983 (was ihm auf Anhieb die begehrte B-Fahrer-Lizenz der FIA einbrachte), als Navigator seines Ex-Rallycross-Rivalen Björn Waldegård (Audi quattro) wurde er Zweiter der Jänner-Rallye 1984 und zusammen mit Beifahrer Johannes Geist holte er sich ebenfalls 1984 auf einem Audi quattro den Gesamtsieg bei der Rallye Türkei.

Noch im gleichen Jahr erhielt er vom Automobilclub ÖAMTC die Offerte, künftig als nationaler Fahrsicherheits-Instruktor zu agieren und als Chef die neue Club-Anlage Fahrtechnikzentrum Teesdorf zu leiten, musste sich aber gleichzeitig aus Image-Gründen dazu verpflichten, selbst nicht länger aktiv am Rennsport teilzunehmen. Neben dem Aufbau einer ganzen Kette von derartigen „Safer-Drive-Zentren“ in Österreich unterstützte Wurz senior ab den frühen 1990ern auch intensiv die Rennsport-Karriere von Filius Alexander und hatte nicht unwesentlich Anteil daran, dass der Junior seinen Weg bis in die Formel 1 machte. Aus der F1-Szene ist sein zweiter Sohn (der Erstgeborene heißt Christoph, die Gattin von Franz und Mutter beider Sprösslinge Berta) seit Anfang 1997 nicht mehr wegzudenken und war hier einige Jahre lang als Testfahrer eine wichtige Stütze für das Team von McLaren-Mercedes. Alexander war im Jahr 2007 wieder als Stammfahrer aktiv, im Williams-F1-Team gab er gemeinsam mit seinem Kollegen Nico Rosberg Gas.

Am 8. Juni 2006 wurde Franz Wurz im Wiener Bundeskanzleramt offiziell der Titel Kommerzialrat verliehen.

Im Jahr 2006 hat Alexander Wurz die Markenrechte an der Marke Test & Training vom ÖAMTC erworben. Test & Training ist jenes Tochterunternehmen des ÖAMTC, das seit gut 20 Jahren das Thema Fahr- und Verkehrssicherheit „betreibt“. Mit dem Erwerb der Markenrechte werden Alexander und Franz Wurz nun das Thema Fahrsicherheit weltweit voran treiben. Am 13. November 2006 wurde in Teesorf (dem ersten Fahrsicherheitszentrum, eröffnet 1987) im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz die Test & Training International präsentiert.

[bearbeiten] Liste wichtiger Erfolge im Autocross und Rallycross

  • 1969: OSK Autocross-Pokalsieger (Ford Escort TwinCam)
  • 1970: Österreichischer Autocross-Staatsmeister (VW Buggy 2.0)
  • 1971: Österreichischer Autocross-Staatsmeister (VW Buggy 2.0)
  • 1972: Österreichischer Autocross-Staatsmeister (VW Buggy 2.0)
  • 1973: 3. Gesamtrang der Embassy Rallycross-Europameisterschaft (VW 1302S 2.2)
    • Gesamtsieger beim belgischen Rallycross-EM-Lauf am 17. Juni 1973
    • Gesamtsieger beim englischen Rallycross-EM-Lauf am 15. September 1973
  • 1974: Embassy Rallycross-Europameister (VW 1302S 2.4)
    • Gesamtsieger beim österreichischen Rallycross-EM-Lauf am 12. Mai 1974
    • Gesamtsieger beim schwedischen Rallycross-EM-Lauf am 19. Mai 1974
  • 1975: 4. Gesamtrang der ERA Rallycross-Europameisterschaft (VW 1302S 2.4)
  • 1976: Österreichischer Rallycross-Staatsmeister (Lancia Stratos HF 2.4)
  • 1976: FIA Rallycross-Europapokalsieger (Lancia Stratos HF 2.4)
    • Gesamtsieger beim finnischen Rallycross-EM-Lauf am 30. Mai 1976
    • Gesamtsieger beim österreichischen Rallycross-EM-Lauf am 1. August 1976
  • 1977: Österreichischer Rallycross-Staatsmeister (Lancia Stratos HF 3.0)
  • 1977: 6. Gesamtrang im FIA Rallycross-Europapokal (Lancia Stratos HF 3.0)
  • 1978: 13. Gesamtrang (7. Rang der TW-Division) der FIA Rallycross-Europameisterschaft (Fiat 131 Mirafiori Abarth)
  • 1982: FIA Rallycross-Europameister (Audi quattro)
    • Gesamtsieger beim österreichischen Rallycross-EM-Lauf am 28. März 1982
    • Gesamtsieger beim finnischen Rallycross-EM-Lauf am 23. Mai 1982
    • Gesamtsieger beim deutschen Rallycross-EM-Lauf am 3. Oktober 1982
  • 1983: 6. Gesamtrang der FIA Rallycross-Europameisterschaft (Audi quattro)


[bearbeiten] Publikation

  • Franz Wurz, Meine Fahrtechnik ("Das Buch für Sicherheit und Spass beim Autofahren"), 1987, Orac-Verlag, ISBN 3-7015-0083-5


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