Johann Krahuletz

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Johann Krahuletz (* 3. November 1848 in Eggenburg; † 11. Dezember 1928 ebenda) war ein österreichischer Geologe und Pionier auf dem Gebiet der Prähistorik.

Geboren wurde er als Sohn des Eggenburger Büchsenmachers Georg Krahuletz. Bereits in jungen Jahren erhielt er durch Candidus Ponz, Reichsritter von Engelshofen eine eingehende Schulung in der Feldforschung, die später vor allem durch den Wiener Archäologen Matthäus Much vervollständigt wurde. Daneben betrieb er ein intensives Selbststudium, wie seine hinterlassene Bibliothek deutlich macht. Krahuletz sammelte ur- und frühgeschichtliche Bodenfunde und entdeckte bedeutende urzeitliche Siedlungsnachweise. Er war auch volkskundlich tätig, rettete alte bäuerliche Inventare und auch Sagen, über die er publizierte. Seine Hauptbedeutung liegt aber auf paläontologischem Gebiet. Zahlreiche Erstfunde bis dahin unbekannter Tierarten (die auch nach ihm benannt wurden) konnte er zustande bringen. Der Geologe Eduard Sueß war hier sein treuester Förderer. Krahuletz selbst war in seinen späten Jahren das Vorbild für den jungen Josef Höbarth.

Eine Zusammenfassung seiner Sammlungen und fachlichen Ergebnisse enthält der noch zu seinen Lebzeiten in drei Auflagen erschienene "Katalog des städtischen Krahuletz-Museums in Eggenburg". Als Herausgeber zeichnet die nach Krahuletz benannte Krahuletz-Gesellschaft (gegründet im Jahre 1899), deren Werk auch das Krahuletz-Museum ist. Dieses überregional bedeutende Museum bewahrt nicht nur die Sammlungen sondern setzt auch die Forschungstätigkeit in Zusammenarbeit mit der Universität Wien fort. Die Aufarbeitung der Hinterlassenschaft des im Jahre 1925 zum Professor der Geologie ernannten Johann Krahuletz ist bei weitem nicht abgeschlossen. Neubearbeitungen seiner Funde aber auch die Auswertung umfangreicher schriftlicher Aufzeichnungen sind auf Veranlassung von Prof. Dr. Fritz F. Steininger, dem derzeitigen Obmann der Krahuletz-Gesellschaft im Gange.

[bearbeiten] Werke

(Auswahl)

  • Prähistorische Gräber und Ansiedlungen bei Eggenburg in Niederösterreich. Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft Wien VII, 1887, S. 65f.
  • Bronzedepotfund in Neudorf bei Staatz (N.Ö.), Jahrbuch für Altertumskunde 2, 1908, S. 220ff.
  • Candid Reichsritter von Engelshofen. o.O.u.J., 8 unpaginierte Seiten.

[bearbeiten] Literatur

  • Katalog des städtischen Krahuletz-Museums in Eggenburg, 2. Auflage,Eggenburg 1912.
  • E. Bormann, Krahuletz und die prähistorische Forschung in der Umgebung von Eggenburg. Mitteilungen der Zentralkommission XVI, 1918, Beiblatt S. 1ff.
  • Anton Hrodegh, Urgeschichte, Das Waldviertel II, Wien 1925 (Herausgeber: Eduard Stephan).
  • Angela Stifft-Gottlieb, Eduard Sueß und Johann Krahuletz. Das Waldviertel 6, 1933, S. 184ff.
  • Franz Schäffer, Eggenburg und das Krahuletz-Museum. Österreich-Reihe 258/260, Wien 1964.
  • Jan Filip, Enzyklopädisches Handbuch zur Ur- und Frühgeschichte Europas 1, Prag 1966, 635 (Artikel Krahuletz).
  • Hermann Maurer, Die bedeutendsten Waldviertler Urzeitforscher und deren Begräbnisstätten, Das Waldviertel 24 (35), 1975, 17ff.
  • Walter Paul Kirsch, Wer hat die Zeit gezählt. Die Krahuletz-Story. Korneuburg 1979.

[bearbeiten] Weblinks


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