Langau

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Wappen Karte
Langau
Österreichkarte, Position von Langau hervorgehoben
Basisdaten
Bezirk: Horn (HO)
Fläche: 22.21 km²
Höhe: 450 m
Einwohner: 725 (Stand:2005-12-31)
Postleitzahl: 2091
Vorwahl: 02912
Gemeindekennziffer: 3 11 13
Gemeindeamt: Hauptplatz 103
2091 Langau
Politik
Bürgermeister: Eduard Prand (ÖVP)
Gemeinderat: 8 ÖVP, 4 UPW, 3 SPÖ

Langau ist eine Marktgemeinde mit 725 Einwohnern im Bezirk Horn in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geografie

Langau liegt im Norden des Waldviertel in Niederösterreich an der Grenze zu Tschechien. Die nächsten größeren Orte sind Drosendorf im Nordwesten und Geras im Südwesten. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 22,21 Quadratkilometer. 14,31 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Katastralgemeinden sind Hessendorf, Langau.

[bearbeiten] Geschichte

Um 1240 erhält das Kloster Kleinmariazell von Herzog Friedrich II. die Ortschaft Langenowe (also Langau), jenseits der Donau bei Drosendorf mit Pfarre, Zehnten, Äckern sowie einem Wald bei Witersgelden (heute Weitersfeld) geschenkt.

Das erste Mal urkundlich erwähnt wird Langau im Jahr 1245. Die Ortschaft hatte damals bereits 83 Häuser und war eine eigene Pfarre mit Pernegg als Mutterpfarre.

Langau war offensichtlich sehr beliebt bei Pfarrern, denn 1398 drängte sich der Weltpriester Michael von Grillenberg gegen den Willen des Abtes von Kleinmariazell in die Pfarre, musste diese aber wieder verlassen. Aber nur ein Jahr später berief sich der Weltpriester Thomas Wagner auf ein Breve von Papst Bonifaz IX. Da dieses aber erschlichen war, musste auch er Langau wieder verlassen und die ungültige Urkunde zurücklassen.

Am 9. April 1427 wird der Benediktiner Petrus von Leesdorf bei Baden bei Wien aus dem Kloster Kleinmariazell von den Hussiten auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Obwohl sich Langau nach den Hussitenkriegen wieder erholt, scheint es im Lehnsbuch von König Ladislaus Postumus mit nur noch 43 Häusern und 34 Namen auf.

Und es werden noch weniger, denn zwischen 1453 und 1600 wütet immer wieder die Pest.

Da das Kloster Kleinmariazell Geld braucht, um die Türkensteuer zu bezahlen, beschließt man, Langau zu verkaufen.

Am 17. Mai 1530 erwirbt Johann Mrakesch von Noskau, Freiherr zu Litschau und Herrschaftsbesitzer von Drosendorf die Langauer Pfarre. König Ferdinand I. bestätigt 10. Jänner 1535 den Verkauf.

Langau wird in den ersten Jahren des 30-jährigen Krieges verwüstet, Kirche und Häuser stehen lange Zeit ohne Dächer da, Schutz bietet nur das einige Kilometer entfernte Drosendorf an der Thaya.

Der Krieg ist beendet, doch die Pest kam 1640 wieder und rottete die Ortsbevölkerung fast völlig aus.

1709 brennt die Kirche ab und zieht auch die Umgebung in Mitleidenschaft. In den darauf folgenden Jahren wird das Gotteshaus wieder aufgebaut. Im Jahr 1712 wird der erste Kirtag der neu erbauten Kirche gefeiert und Kaiser Karl VI. kommt auf seiner Krönungsreise nach Prag durch den Ort. Das Original der Wirtshausrechnung blieb erhalten und liegt im Stift Geras auf.

1868 wird die Straße von Langau nach Oberhöflein und 1905 die Straße nach Riegersburg angelegt. An dieser Straße wird 1987 in der Nähe von Langau ein Denkmal zur Erinnerung an die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus Schaffa (Šafov) errichtet – wie so viele Andere auch entlang der Staatsgrenze.

1878 wird das erste Schulhaus errichtet. Es ist noch erhalten, dient aber jetzt als Gemeindeamt.

Die Fahrpost von Frain an der Thaya über Schaffa (Šafov), Langau und Geras nach Hötzelsdorf wird 1880 eröffnet, ein Jahr später bekommt Langau seine eigene Poststelle beim Gemeindearzt.

1885 brennen zahlreiche Stadel ab, am 10. Jänner 1890 wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

1908 beginnen die Bauarbeiten für die Nebenbahnlinie Retz – Langau – Drosendorf, die im August 1910 feierlich eröffnet wird. Am 10. Juni 2001 wird der planmäßige Personenverkehr eingestellt, es gibt nur noch eine „Nostalgiebahn“ während der warmen Jahreszeit.

Im Jahre 1910 wird zwischen Langau und Schaffa (Šafov) Braunkohle entdeckt und daraufhin die „Langauer Bergbaugesellschaft“ gegründet. Der Abbau in der „Grube Austria“ beginnt aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg und erfolgt im „Tagbau“, der Kohletransport zur Bahnverladung wird mittels einer Seilbahn durchgeführt. Nach der Einstellung des Bergbaubetriebes füllen sich die Gruben mit Wasser und bilden heute das Freizeitzentrum von Langau mit Schießplatz, Campingplatz und natürlich Schwimmbad. Hier werden auch immer wieder die Niederösterreichischen Wasserschi-Meisterschaften sowie neuerdings auch Triathlonveranstaltungen abgehalten.

Am 29. Juli 1914 müssen die ersten drei Langauer zu den Waffen, im Jahr darauf folgen die Kirchenglocken. Dafür bekommt die Bevölkerung Lebensmittelmarken (20 dag Brot / Mehl pro Tag und Person).

Ein Großbrand fordert am 4. April 1921 zwei Tote und 1922 wird an der Straße nach Schaffa (Šafov) das Zollhaus errichtet.

In der Nähe des Bahnhofes an der Straße nach Geras wird 1942 eine Molkerei errichtet, die bis 1971 in Betrieb ist.

1948 werden wieder einmal Glocken für die Kirche angeschafft, nachdem das 1922 angeschaffte Geläute während des Zweiten Weltkrieges für Führer, Volk und Vaterland in den Krieg gezogen war.

Das neue Schulhaus wird 1952 fertiggestellt.

Am 9. Mai 2006 wird ein touristischer Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer zwischen Langau und Šafov eröffnet.

[bearbeiten] Einwohnerentwicklung

1.313 Einwohner besaß die Gemeinde im Jahr 1961] Hatte die Bevölkerung bis zu diesem Jahr ungleichmäßig zugenommen, nahm sie seither konsequent ab. Nach dem Ergebnis der Volkszählung 1971 gab es 1183 Einwohner und 1981 hatte die Marktgemeinde 1.042 Einwohner. 1991 waren es noch 892, 2001 nur noch 763 und 2005 gar nur mehr 725.

[bearbeiten] Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Eduard Prand, Amtsleiter Ing. Franz Linsbauer.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2005 bei insgesamt 15 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 8, UPW 4, SPÖ 3, andere keine Sitze.

[bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 26, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 55. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 296. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 39,97 Prozent.


[bearbeiten] Weblinks


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